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Stolpersteinverlegung für Anita Zoellner (1888–1945) am 26. Juni 2021

Foto: Nikolaj Müller-Wusterwitz, der stellvertretende Bürgermeister Alexander Bargon und der Künstler Gunter Demnig

Die Initiative zur ersten Stolpersteinverlegung im Amt Hohe Elbgeest geht ursprünglich vom emeretierten Pastor Jörg Giesen und von dem Aumühler Kulturwissenschaftler Nikolaj Müller-Wusterwitz aus, der als Initiator fünf Jahre lang die Familiengeschichte recherchierte.

Das größte dezentrale Mahnmal “Stolpersteine” ist ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, der seit 1996 etwa 90.000 Stolpersteine in 26 Staaten verlegt hat.

Anita Zoellner, als Anita Julia Belmonte in Amsterdam am 15. Februar 1888 geboren, war Jüdin und lebte mit ihrer Familie in Aumühle. Seit 1913 bewohnte sie mit ihrer Familie die Villa Pfingstholzallee 1.

Noch knapp drei Monate vor Kriegsende wurde sie am 7. Februar 1945 von der Gestapo aufgefordert, sich eine Woche später am 14. Februar für ihren Abtransport am Aumühler Bahnhof einzufinden.

Am Abend des 13. Februar versammelte sie Ihre Familie um sich, teilte ihrem Mann und den eigenen Kindern ihren Entschluss mit und nahm sich am 14. Februar 1945, einem Tag vor ihrem 57. Geburtstag, aus Angst vor der drohenden Deportation das Leben.

Vor dem Haus in der Pfingstholzallee wird in Zukunft auch den beiden Kindern von Anita Zoellner gedacht, die vom Regime als Halbjuden zur Zwangsarbeit gezwungen wurden.

Einen Beschluss zur Verlegung der Steine hatte die Aumühler Gemeindevertretung am 28. Mai 2020 einstimmig getroffen. Aumühles stellvertretender Bürgermeister Alexander Bargon hielt vor etwa 30 Zuschauern eine kurze Ansprache und dankte allen Beteiligten und den Mitarbeitern des Bauhofes für die Unterstützung bei der Umsetzung dieses wichtigen Projektes im Gedenken an alle verfolgten oder ermordeten Opfer des Nationalsozialismus.